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9/4/2006

Where You Been So Long liner notes auf Deutsch

By Kenneth Rainey. Filed under: News, TweedBlog.

Tangleweed's Where You Been So Long? CD CoverWhile Googling myself today (yes, I know that Googling oneself can cause blindness), I stumbled across this on the website iwde.de. It’s Aaron Cohen’s introduction to our new record, translated into German. Enjoy.

Aaron Cohen, Associate Editor, DownBeat:

Es war in einer Zeit, die weit, weit zurückliegt – da kamen Leute in Kreisen zusammen, versammelten sich um ein Mikrofon und sangen Balladen, die den gemeinsamen Traditionen entnommen waren oder aber aus ihren Kommentaren zu den Tagesereignissen entsprangen. Jene Sänger und Musiker besassen nur ihre Stimmen, ihre Saiteninstrumente und eventuell ein paar Songbücher mit Eselohren. Dies trug sich zwischen Oktober 2005 und April 2006 zu – in einer komplett andersgearteten Ära.

In jenen Monaten trafen sich Tangleweed mit dem Ingenieur Mike Hagler vom Kingsize Sound Labs in Chicago, um die CD Where Have You Been So Long zu schaffen. Der Tonträger folgte dem Banddebüt Just A Spoonful. Das Quintett befasste sich dazumal mit Rags, Western Swing, Irish Jigs, Bluegrass und einer frühen Form von Jazz. Etwas Rock ‘n’ Roll liess die Gruppe ebenfalls einfliessen.

Darunter war. das Tangleweed Original: “Hard Times.” Kenneth “Kip” Rainey’s wunderbares, eigenartiges Mandolinen-Solo übernimmt bei diesem Titel eine wichtige Rolle. Nicht zu unterschätzen sind auch die kollektiven Lyriken, die gegen Krieg protestieren. Der Fiddler Billy Oh flösst dem Hot Club of Paris mit “I’ve Found A Baby” neues Leben ein. Paul Wargaski tauscht seinen Bass gegen ein Akkordeon und bringt dadurch neue Textur in den irischen Immigrations-Song “Leaving of Liverpool”. Die Gruppe bietet mit diesem Titel wiederum ein Stück an, das sich auf eine Bewegung bezieht – eine Bewegung, die im letzten Jahrhundert stattgefunden haben könnte. Schliesslich lässt sich die CD um die menschliche Kondition aus: Frauen sind nie weit weg, wie der Banjo-Spieler Ryan Fisher mit “Black-Eyed Susie” beweist. Der Gitarrist Scott Judd spricht wiederum vom Schnaps, wenn er “With a Bottle In My Hand/Farewell Blues” (Skiffle) zum Besten gibt.

Gegen Ende des Tonträgers singen Tangleweed von Morphium, das 15 Cents kostet – soviel wie ein Flaschenöffner. Das gewählte Narkotikum und sein Preis ist der einzige Beweis auf dem Tonträger, der dafür spricht, dass die Klänge in die Vergangenheit gehören.

Manchmal klingt die Band sehr keltisch, irisch. Man sieht Michael Flatley, wie er dazu tanzt. Dann wieder, in “Ginseng Blues” klingt die Band nach Stringband, nach Bluegrass. Doch was immer die Jungs machen – sie behalten ihren hohen Standard bei.

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